Helm - Wappenkunde Heraldik


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Der Helm und seine Geschichte

Zu der Zeit als noch der Schild allein ausschlaggebend war - spielte die Darstellung des Helmes noch keine Rolle. Darstellungen des Helmes finden wir schon im frühen Mittelalter, die eine so auffallende Ähnlichkeit mit der phrygischen Mütze (Tafel X-1) haben, dass man meinen möchte dass diese Mützen Vorbild gestanden haben. Diese frühen Helme waren aus Leder gefertigt, und mit Metallspangen verstärkt, sowie mit Gold und Silber beschlagen. Aus ähnlichen Lederkopfbedeckungen entstanden auch in Europa die ersten Kessel und Beckenhauben mit und ohne Nasal (Nasenschutz) - Tafel X 2,3,4. Zunächst waren an diese noch keine Ketten als Halsschutz angebracht, wie wir sie in späteren Abbildungen finden. Die mit Kette kombinierten - oder auch unter dem Helm getragenen kapuzenartigen Hauben findet man ab dem X. bis in XV. Jahrhundert. Bisweilen waren die Kapuzen aus ganzem Kettengeflecht oder aber auch aus Leder. Aus den Helmen die bisher beschrieben wurden entwickelten sich die Formen 5 und 6 auf Tafel X.

Heraldik HelmTafel X.

Die Helme 5 und 6 bilden die Grundlage der heraldischen Darstellungen des XV. Jahrhunderts. Alle diese Hauben boten trotz Nasenschutz nur wenig Schutz im Kampf - besonders im Einsatz gegen Lanze und Speer. Es gibt daher die Vermutung dass die Helme die völlig das Gesicht verhüllten mit der Einführung der ritterlichen Turniere entwickelt wurden um einen besseren Schutz gegen die Turnierlanzen zu bieten.

Der Topfhelm

Mit Ende des XII Jahrhunderts kommt ein topfähnlicher Helm in Gebrauch der in der frühen Periode zunächst oben ganz flach, nach vorne zumeist der Wölbung des Gesichtes folgend weiter herabging.Der Helm hatte schmale, oder weitere Augenschlitze mit darunter befindlichen Luftlöchern und kreuzförmigen Verstärkungen aus Eisenspangen - Beispiele findet man auf Tafel XIII

Heraldik HelmTafel XIII

Die Entwicklung des Helemes sieht man auch auf Tafel XIII , die gleichzeitig die Abwandlung von Wappen über 300 Jahre anhand eines Beispieles darstellt. Die oben beschriebenen Helm sieht man auf dem Wappen des 13. Jahrhunderts, sie waren heraldisch entsprechend den Farben des Wappens oder dessen Symbolik bemalt.

Wappen EntwicklungTafel XXXIII

Der Helm des 13. Jahrhunderts zeigt auch deutlich die Luftlöcher, sowie die damals übliche einfache Bauweise aus Stahlplatten mit Spangen. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts werden die oben flachen Topfhelme langsam durch Stechhelme abgelöst

Der Stechhelm

Der Stechhelm ist eine Weiterentwicklung des Topfhelmes, indem man versuchte mehr und mehr der Form des menschlichen Kopfes Rechnung zu tragen - zuerst passte man die vorher gerade , bzw. eher zylindrische Halspartie besser an den Hals an - weiters wurde im Bereich der Mundpartie eine Schnabelartige Ausprägung zum Kennzeichen, die ein besseres Abgleiten des Stoßes mit der Lanze ermöglichen sollte. Beispiele von Stechhelmen findet man auf Tafel XII - der erste Helm ist ein früher Spangenhelm, diese werden weiter unten beschrieben.

Stechhelm HeraldikTafel XII

Der Turnierhelm (Spangenhelme und Rosthelme)

Die Spangen- und Rosthelme sind offene Helme - die im Gegensatz zu den Topfhelmen das Gesicht mehr oder minder frei ließen. Statt Augenschlitzen und Luftlöchern verwendete man Eiserne Spangen um das Gesicht zu schützen. Zunächst sind die Spangen nur schwach gewölbt, später werden die Bögen ausladender - oft sind die Spangen auch in sich kordelartig gewunden.

Spangenhelme HeraldikTafel XVI - Spangenhelme

Auf Tafel XVI sieht man Spangenhelme verschiedener Perioden - die Spangen waren nicht nur aufgenietet - sondern auch als Treibarbeit direkt aus dem einem Stück des Vorderteiles ausgeführt. Spangen und Rosthelme wurden etwa ab dem XV Jahrhundert in der Heraldik genutzt. Wenn auch früher nur auf den Stechhelmen Kleinode (auf dem Helm angebachte Symbole, Figuren oder Schmuck) getragen wurden, und sich auch in Wirklichkeit immer wieder dort finden - bzw. an erhaltenen Stücken die Befestigungslöcher - kamen sie auch auf den Spangenhelmen in Gebrauch - es wird vermutet dass der Zweck der Kleinode im Turnier (Streitkolben und Schwerrtturnier) verwurzelt ist - da es Ziel des Ritterspieles war - dem Gegner das Kleinod vom Helm zu hauen. Bei den früheren Lanzenturnieren fehlen oft die Kleinode weil sie keine Bedeutung im Kampf hatten - Zweck war es den Gegener mit der Lanze vom Pferd zu Stoßen.

HelmSalade mit Barthaube Heraldik
Mit Anfang des XVI. Jahrhunderts kam die Salade in Gebrauch, auf dem Bild links sieht man eine Salade ohne beweglichem Visier aber mit Barthaube. Die Spangen und Rosthelme, sowie die Stechhelme wurde weiterhin in der Heraldik genutzt - in der Praxis wurden bei Turnieren und im Kampf vermehrt die Saladen eingesetzt. Etwa aus dieser Zeit stammt auch die Unterscheidung dass der höher Adel die Spangen und Rosthelme auf Wappendarstellungen einsetzte, der niedere Adel und die bürgerlichen Geschlechter die Stechhelme - die Art des Helmes wurde also zu einem Unterscheidungsmerkmal der Wappen. Gegen Ende des XVI Jahrhunderts wurde der Stechhelm aber auch von den Schilder der bürgerlichen Geschlechter und des niederen Adels verdrängt. Die heraldischen Helme wurden im Laufe der Zeit auch künstlerisch interpretiert, sodaß heraldischen Helme entstanden die zwar an reale Helme erinnerten, wohl aber keine genauen Abbildungen der realen Helme mehr waren. Zu allen Zeiten gabe es viele weitere Helmformen im Gefecht, diese waren aber oft einfacher Natur und fanden keinen Eingang in die Heraldik.

Der Helm in der heraldischen Praxis

Der Helm gibt Aufschluss ob das Wappen bürgerlicher oder adeliger Natur ist. In bürgerlichen Wappen benutzt man den geschlossenen Stechhelm. Adelige Wappen hatten früher den Topfhelm, der später durch den Spangenhelm ersetzt wurde. Auch die Laubkrone am Helm ist den adeligen Wappen vorbehalten. Der Helm trägt bei bürgerlichen Wappen den Helmwulst, - gewundene Stoffbahnen in den Farben des Schildes -, bei adeligen Wappen die Laubkrone. Bei der Helmdarstellung ist wichtig, das der Helm auf dem Wappen aufliegt, er darf nie „schweben“. Ein einzelner Helm wird etwa halb so groß wie das Schild dargestellt.

Die Helmzier besteht oft aus Hörnern, oder Flügeln, bei einfachen Figuren, wird die Figur als Helmzier wiederholt. Die Helmzier wird in Blickrichtung des Helmes ausgerichtet.

Heraldische Regeln gibt es beim Helm keine – es ist mehr der Zeitgeschmack der jeweiligen Epoche der sein Erscheinungsbild prägt. Seit dem 15. Jahrhundert wurde auch das Metall Gold für die Helmdarstellungen gewählt.

Es gilt folgende Zuordnung für Helmen, bzw. wer welchen Helm führen durfte.

Metall

Helmart

folgenden Trägern vorbehalten

Gold

Turnierhelm

Könige und souveräne Fürsten

Silber

Turnierhelm mit goldenem Gitter

Hochadel

Silberner

Turnierhelm

niederer Adel

Stechhelm

Bürgeradel

Personalwappen

Um ein Ausufern der Helme auf den Wappen zu vermeiden, erließ Maria Theresia (1740-1780) eine Verordnung für neu in den Adelsstand erhobene Personen, die wie folgt ausah

1 Helm einfacher Adel
2 Helme Ritter
3 Helme Freiherren
4 Helme Grafen

Weitere Bestandteile eines Wappens sind Helmdecken. In Ihrer Funktion zum Schutz gegen die Erwärmung im der Blechrüstung durch Sonneneinstrahlung gedacht, dürfte es sich ursprünglich um Mäntel oder Umhänge gehandelt haben, die zu einer Decke reduziert wurden.

Als Farben verwendet man die Hauptfarben des Schildes – die Rückseiten der Helmdecken sind metallfarben.Als Helmzier bezeichnet man die Schmuckfigur die direkt auf dem Helm befestigt wurde. Zunächst nutzte man Hörner, Flügel, Feder oder Körperteile von von Tieren, um die Ritter im Kampf leichter zuordnen zu können. Danach kamen auch andere kunstvoll ausgestaltet Helmziere zur Anwendung. Man verwendete Stoffe, Draht, Blech, Holz, usw für die Ausgestaltung der verschiedensten Symbole. Diese wurden mit Schrauben, oder Nieten am Helm befestigt. Um die Befestigungen zu verdecken verwendete man Helmwülste oder Kronen. Die Wülste wurden farblich wie die Helmdecke ausgestaltet. Die Kronen an sich kein Hinweis auf den Adelsstand des Besitzers

Quelle: Mayer, Carl Ritter von. - Heraldisches A.B.C. Buch, und weitere

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